auf holprigem Weg wieder in der Spur …

nach der ersten Niederlage am letzten Wochenende im Adlerhorst bei den Preussen, war es für das Wiesner Team besonders wichtig sich mit einer ordentlichen Leistung gleich wieder Selbstvertrauen für den weiteren Saisonverlauf zu holen. Die Umstände gaben auch durchaus Anlass auf Hoffnung für eine Umsetzung dieses Vorhabens. Zwar musste das Trainer-Duo erneut auf einige Stammkräfte verzichten, aber in dieser Woche konnte immerhin „normal“ trainiert werden und mit Co-Trainerin Ines Herz saß auch der gute Geist der Mannschaft wieder auf der Bank. Eine kleine Überraschung gab es für das Team schon vor dem Anpfiff, denn Dank des neuen Sponsors „Autodienst Löwe“ konnten es in neuem Outfit auftreten.

Am 5. Spieltag kam mit dem TSV Rudow ein Team in Spandaus „Grün-Weiße-von-außen-Gelbe-Halle, dass ganz gut in die Saison gestartet ist und mit zwei Heimsiegen und den beiden Niederlagen bei den Liga-Favoriten Wismar und Rostock sicher voll im Soll liegt. Auch wenn die Spandauerinnen in der letzten Saison zweimal als deutlicher Sieger gegen diesen Gegner vom Platz gingen, wussten sie nur zu gut, dass die Südberlinerinnen stets eine unbequem zu bespielende Mannschaft ist. Schon in der letzten Saison kreuzten sich die Wege dieser beiden Mannschaften am 5. Spieltag. Sicher erinnern sich die Spandauerinnen sehr gern daran, dass sie im Anschluss an die siegreiche Begegnung in Rudow einen tollen Lauf mit überzeugenden Leistungen hinlegten. Sicher hätte die Fans nichts dagegen, wenn es auch in dieser Saison so wäre. Die Pläne der Südberlinerinnen hatten ganz sicher eine andere Intention, denn wenn man schon bei zwei der „großen“ Mannschaften durchaus bestehen konnte, warum nicht für eine Überraschung in Spandau sorgen?

Das Spiel begann aber ganz nach dem Geschmack der Gastgeberinnen. Nach einem schnellen kurzen Abtasten (1:1 nach nur 59 Sekunden), bestimmte Spandau das Spiel. Angetrieben von Justine Güdde konnte sich der Favorit deutlich in Führung bringen (6:2). Die Gäste versuchten ebenfalls mit schnellem Spiel und viel körperlichen Einsatz die Gegnerinnen unter Druck zu setzen, aber die Spandauer Defensive stand recht gut. Deutlich wurde aber schon, dass gerade gegen die robusten Gäste die Abwehrarbeit viel Kraft kosten würde. Um den Spandauer-Lauf zu stoppen, sah sich Rudows Coach George (Abu-Bonsrah) schon nach 7:25 Minuten gezwungen die grüne Karte zu legen. Sicher wird er seinen Damen mit auf den Weg gegeben haben konsequent auf die Nahtstellen der Spandauer Deckung zu gehen. Dieses umsetzend zeigte sich ein erster Erfolg. Kurz nachdem das Spiel wieder frei gegeben war, wusste sich Frauke Dingler nur mit einem ungeschickten Foul gegen ihre Gegenspielerin Valerie Nusche zu helfen. Die Folge war die erste 2-Minuten-Strafe für Spandau. Noch konnten die Gäste, außer durch den sicher von Dyresa-Christina Brooks,verwandelten 7m, noch keinen richtigen nutzen aus der Überzahl-Situation ziehen. Bis zum 9:5 (15. Spielminute) konnte Spandau den 4-Tore-Vorsrung behaupten, aber der Schwung der Anfangsphase hatte schon nachgelassen. Als dann Frauke nach 15:03 Minuten wegen eines dummen Fouls in der Rückwärtsbewegung zum zweiten Mal für 2 Minuten zum Ausruhen auf die Bank durfte und kurz darauf auch Sarah Herz das gleiche Schicksal ereilte, nutzten die Gäste die Gunst der Situation. Mit einer offensiven Deckung zwangen sie die restlich auf dem Spielfeld verbliebenen Gastgeberinnen zu Fehlern und nutzten ihre Möglichkeiten. Mit 3 Treffern in Folge hatten sie schnell Anschluss gefunden (9:8) und was noch wichtiger war, ordentlich Sand ins Spandauer Getriebe gestreut. Die Auszeit, die Coach Wiesner nahm, half nicht weiter. Die Gastgeberinnen wirkten verunsichert, hatten im Angriff wenig Ideen und auch die Deckung schwamm zusehends. Die Gäste witterten Morgenluft, spielten druckvoll und fanden immer wieder einen Weg, um erfolgreich abschließen zu können. Beim 12:13 (nach 23:40 Minuten) gelang ihnen sogar der Führungstreffer). Bei dieser Aktion fing sich auch Sarah Herz zum zweiten Mal eine Zeitstrafe ein und den Spandauer Fans schwante nichts Gutes. Nun zeigte sich aber Spandaus Stärke. Sie ließen sich nicht aus der Ruhe bringen, konnten in Unterzahl sogar ausgleichen und rissen die Führung als sie wieder komplett auf dem Feld waren wieder an sich, erhöhten noch auf 15:13, mussten aber vor dem Pausenpfiff noch den Anschlusstreffer durch Svenja Schneising hinnehmen.

Der zweite Spielabschnitt begann verhaltener als es der Spielbeginn war. Die Spandauerinnen legten zunächst großen Wert darauf die Deckung zu stabilisieren und wurden dabei von Marie Knauer zwischen den Pfosten hervorragend unterstützt. Im Spiel nach vorn taten sie sich aber weiter schwer. So kassierten sie in der Anfangsphase dieser Halbzeit lediglich einen Gegentreffer und konnten so ihren Halbzeitvorsprung wieder etwas ausbauen (19:15). Fast glaubte man an ein Déja vu der ersten Halbzeit, als Rudow wiederum früh (38:41 Minute) die grüne Karte zog. Diesmal konnte dadurch aber das Spandauer Spiel nicht mit gleicher Wirkung wie im ersten Abschnitt aus dem Takt gebracht werden. Auch wenn die Gäste das Ergebnis etwas knapper gestalten konnten (20:17), behielt das Wiesner-Team nun einen kühlen Kopf. Marie im Tor schien fast unüberwindbar und wenn sie (gefühlt) nicht jeden abgewehrten Ball in einen Konter hätte umsetzen wollen (leider fand kein Pass die gewünschte Mitspielerin), hätte das Spiel schon früh entschieden sein können. Dennoch setzte sich Spandau weiter ab (23:17) und ließ sich auch von der 3. Zeitstrafe für Frauke Dingler (46:46 Minuten waren gespielt) nicht vom Weg abbringen. Beim 25:18 durch Jana Zindler war das Spiel nach knapp 53 Minuten wohl entschieden. Eine weitere Zeitstrafe für Spandau (Jana durfte auf die Bank) und vielleicht auch das Gefühl das Spiel im Griff zu haben, schien sich auf die Konzentration der Gastgeberinnen noch einmal auszuwirken. So konnten die Gäste zwar verkürzten, hatten aber nicht wirklich mehr die Chance das Spiel zu wenden.

Der 27:23 Sieg für die Spandauerinnen war dann schon verdient, aber auch ganz schön schweres Stück Arbeit. Immerhin behielten die Wiesner-Damen auch in schwieriger Situation die Nerven und fanden wieder zurück ins Spiel. Coach Wiesner wird seine Erkenntnisse aus diesen 60 Minuten mit nehmen, hat er auf den Positionen doch einiges ausprobieren müssen und können. Diese Erkenntnisse wird er auch brauchen, um am nächsten Samstag im „Spätspiel“ beim „Angstgegner“ in Schöneberg bestehen zu können.

 

Für Spandau waren dabei:

Isabel Hoffmann, Marie Knauer im Tor; Alicia Schwarz, Frauke Dingler, Jana Zindler (2), Vivian Wittwer, Justine Güdde (3), Bille Rehberg (2), Fiona Junge, Ulrike Kuhlmey (8/2), Sarah Herz (2), Kati Hettlage (3), Dana Baerns (5/5), Lisa Hänicke (2).